Seid barmherzig, wie auch Euer Vater im Himmel!
Nach diesem Bibelvers in Lukas 6, 36 richtete Pastorin Inka Wischmann aus Veenhusen ihre Predigt im Rahmen der Sommerkirche am 6. Juli in Neermoorpolder aus.
Sie sprach über eine kranke 82-jährige Mutter, die ihrem geschiedenen Sohn laufend Mails nach ihrem Sturz schrieb. Dem Sohn wuchs das alles über den Kopf, die Pflege und die Fürsorge für seine kranke Mutter, der Druck am Arbeitsplatz und die zurückliegende Scheidung. „Ja, seid auch barmherzig zu Euch selbst. Barmherzigkeit lebt von der Wachsamkeit und man sollte beides im Auge behalten: Fremdfürsorge und Eigenfürsorge“, so die Veenhuser Pastorin, die über 70 Gottesdienstbesucher aus den Kirchengemeinde Veenhusen und Neermoorpolder begrüßte. „Wir alle träumen von einer Gesellschaft, die barmherzig ist, aber der Alltag ist oft anders“. Sie betonte, dass es im vergangenen Jahr über 500 Übergriffe auf Asylsuchende und Flüchtlinge gegeben hatte – das ist erschreckend!
Wunderschön und typisch norddeutsch war dagegen die Schenkung eines Gemäldes, das Dr. Martin Heimbucher, Kirchenpräsident i.R., der Kirchenratsvorsitzenden Silke Rath, übergab. „Der Pastor und Künstler Thomas Begrich aus Magdeburg hatte bei mir angefragt, ob ich eine Kirchengemeinde kenne, die sein Gemälde haben möchte. Dieses Bild passt aber wegen des Motivs nur nach Norddeutschland“, erzählte Dr. Martin Heimbucher. Gemeinsam mit Silke Rath wurde die Schenkung mit der Darstellung „Der Ostermorgen vertreibt die dunklen Wolken“ im Gottesdienst enthüllt.
„Hier sehen Sie das christliche Symbol Golgatha, das Kreuz ist leer. Hier sehen Sie, wie der Ostermorgen heranbricht“, erklärte Heimbucher das Gemälde. Auch Silke Rath zeigte sich begeistert und versicherte: „Ich finde das Bild toll, denn es ist ein Bild mit einer Aussage. Wir werden dafür den richtigen Platz in unserer Gemeinde finden.“
Text: Inge Meyer

